Neben TYPO3

Live & Licht

Zwei Berufe, die sich nach zwanzig Jahren wiedertreffen: Videotechnik und Licht.

Das hier ist kein zweites Geschäftsfeld. Eine Sache biete ich trotzdem an, und die steht weiter unten – der Rest ist Handwerk, das ich nicht verlernt habe und das mir zeigt, dass ich Systeme auch außerhalb von TYPO3 verstehe.

Angefangen hat es 1991

Bevor ich Webseiten gebaut habe, war ich Radio- und Fernsehtechniker. Ausbildung 1991, danach bis 2000 in der professionellen Videotechnik – und das hieß damals: Übertragungen aus dem Operationssaal für die Endoskopie-Ausbildung von Ärzten, Aufzeichnungen von Tagungen, Medientechnik im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn. Mein Arbeitgeber war Sony Professional Partner und betreute unter anderem die Videostudios bei Siemens Nixdorf und Miele.

Nebenher habe ich rund zehn Jahre lang ein Hallenfußballturnier mit mehreren Kameras aufgezeichnet – samt eines selbst geschriebenen Programms für die Ergebnis-Einblendungen. Rückblickend war das schon dieselbe Arbeit wie heute: Wo das fertige Werkzeug fehlte, habe ich eines gebaut.

Im Jahr 2000 habe ich das Computer-Hobby zum Beruf gemacht. Die Videotechnik blieb liegen – bis 2016 die ersten TYPO3-Webinare kamen und ich mich nicht mit Webcam-Bildern zufriedengeben wollte.

Streaming und Aufzeichnung

Das Bild zeigt meinen Regieplatz auf der TYPO3-Konferenz T3CON19 in Den Haag: mehrere Kameras, Bildmischer, Ton, Mitschnitt und Livestream.

Das biete ich weiterhin an. Bisher überwiegend stark ermäßigt für Veranstaltungen aus der TYPO3-Community – das Equipment steht ohnehin, und es wäre schade, es nicht zu nutzen. Wenn Sie eine Tagung, Schulung oder Konferenz aufzeichnen oder übertragen lassen wollen und dafür kein Agenturbudget haben: fragen Sie.

Licht

Angefangen habe ich mit einer ChamSys MagicQ – ein grandMA war mir schlicht zu teuer. Das Bild zeigt einen mobilen Aufbau damit bei einer Abschlussfeier.

Der Synthesizer auf dem Tisch macht dort keine Musik. Seine Tasten senden MIDI-Befehle an das Lichtpult – so lässt sich eine Show live fahren und im Takt auslösen, ohne vorher jede Szene festgelegt zu haben. Ein Bedienfeld, das es fertig nicht gab.

Seit Mitte 2026 fahre ich als Lightjockey Shows in der Diskothek Adiamo, und dort steht ein grandMA3. Damit stellte sich die Frage neu: Ein Pult zu bedienen und es zu beherrschen sind zwei verschiedene Dinge, und das Zweite lernt man nicht nebenbei am fremden Gerät zwischen zwei Veranstaltungen. Also habe ich mir trotz der Kosten ein eigenes grandMA3 onPC gekauft, um zu Hause programmieren und ausprobieren zu können.

grandMA2 und grandMA3 sind die Pulte, die auf deutschen Bühnen der Standard sind. Wer damit umgehen kann, kommt in nahezu jeder Halle mit dem klar, was dort steht. Ein Lichtpult ist am Ende auch nur ein System mit Zuständen, Abhängigkeiten und einem sehr unversöhnlichen Zeitverhalten – da patcht niemand den Fehler später weg.

Wo Video und Licht zusammenkommen

Lange waren das zwei getrennte Welten: hier die Kameras, dort das Lichtpult. Mit Resolume Arena laufen sie zusammen – ein Medienserver, der Video ausgibt und sich vom Lichtpult ansteuern lässt. Damit sind Licht und Bild nicht mehr zwei Gewerke, die nebeneinander laufen, sondern eine Show.

Für mich ist das der Punkt, an dem sich die beiden Berufe treffen. Die Videotechnik von 1991 und die Lichttechnik von heute brauchen dieselbe Fähigkeit: zu verstehen, was ein System wirklich tut, und nicht nur, was auf der Verpackung steht.

Wenn die Herstellerdatei nicht taugt

Ein Moving Head bringt eine GDTF-Datei mit – die Beschreibung, aus der Pult und 3D-Visualisierung ablesen, was das Gerät kann und wie es aussieht. Für eine Bar mit vier Köpfen war diese Datei zwar vorhanden, aber in der Praxis unbrauchbar: Die Spots standen im 3D-View um 90 Grad verdreht, der Follow-Mode funktionierte deshalb nicht, und von den vier Köpfen ließ sich nur der erste bewegen.

Der Grund dafür steht in der Datei selbst. Nur der erste Kopf ist dort als bewegliche Achse deklariert; die anderen drei sind gewöhnliche, starre Geometrie. Ein Fehler, den man im Datenblatt nicht sieht und der erst auffällt, wenn man die Bar programmieren will.

Repariert habe ich das im GDTF-Editor, und zwar anders herum: Statt eine Bar mit vier Köpfen zu beschreiben, habe ich das Gerät als einzelnen Kopf definiert – vier davon werden dann einzeln gepatcht. Dazwischen liegt eine eigene Korrektur-Achse, im Screenshot der Knoten Pan-Correction im Geometriebaum, die die Drehung um 90 Grad ausgleicht. Damit stimmt die Ausrichtung, alle vier Köpfe fahren, und der Follow-Mode arbeitet.

Ein Gobo, zweimal

Links das Gobo aus der Herstellerdatei, rechts meine Fassung. Der Unterschied sitzt nicht im Muster, sondern am Rand: Beim Hersteller ist die Fläche außerhalb des Kreises hell. Der 3D-Viewer liest Helligkeit als Licht – und projizierte deshalb Strahlen, die es am echten Gerät gar nicht gibt.

Meine Fassung ist bis zum Rand schwarz und in doppelter Auflösung nachgezeichnet. Es projiziert nur noch das, was tatsächlich durch das Glas kommt.

Gobos, von Hand nachgezeichnet

So bin ich alle Gobos durchgegangen: von echten Fotos abfotografiert und in Affinity als Vektoren nachgezeichnet.

Das Ergebnis sehen Sie im 3D-View des grandMA3: vier Geräte, gestochen scharfe Projektion. Das ist kein Schönheitsthema – wer eine Show am Rechner programmiert, muss sehen, was später wirklich an der Wand steht.

Laserschutzbeauftragter

Laser auf Veranstaltungen darf man nicht einfach einschalten. Ich habe die Ausbildung zum Laserschutzbeauftragten gemacht – das heißt, ich darf eine Anlage nicht nur bedienen, sondern auch dafür geradestehen.

Und ich habe eine. Ein professioneller 6-Watt-Showlaser mit FB4-Interface steht hier und lässt sich mieten. Das Bild zeigt ihn auf einem kleinen Festival: Strahlen in den Bäumen und projizierte Grafiken, die über das Interface aus Vektordaten entstehen. Das ist der Punkt, an dem die Ausbildung mehr wert ist als das Gerät: Einen Showlaser dieser Leistung zu verleihen heißt, jemandem Verantwortung mitzugeben, die er vielleicht nicht tragen kann. Bei mir kommt die Verantwortung mit.

Es ist dasselbe Muster wie beim GDTF: Es reicht nicht, dass etwas funktioniert. Jemand muss verstehen, warum es funktioniert, und dafür einstehen können.

Kleine Veranstaltung, vollständig bestückt

Neben dem Laser stehen hier vier Washer, ein Blinder mit Strobe, die Moving-Head-Bar mit vier Köpfen und zwei Derbys. Für eine kleine Veranstaltung reicht das, um sie allein auszustatten – Licht, Steuerung und jemand, der beides bedienen kann, aus einer Hand.

Für jedes dieser Geräte existiert eine GDTF-Datei, die tatsächlich stimmt. Bei der Moving-Head-Bar – dem Gerät aus dem Abschnitt weiter oben – habe ich die des Herstellers repariert. Für die Washer gab es überhaupt keine; die habe ich selbst angelegt – was ehrlicherweise schnell ging, bei ein paar Kanälen für RGBA, UV und Dimmer. Der Aufwand steckte in der Bar.

Das klingt nach einer Kleinigkeit, bis man abends im Saal steht und die Vorschau am Rechner nicht zu dem passt, was an der Wand ankommt. Wer bei mir mietet, programmiert vorher zu Hause und findet es später genau so vor.

Größer wird das vielleicht noch. Mein Ziel ist, das grandMA3 so zu beherrschen, dass ich dieses Wissen auch auf größeren Veranstaltungen einsetzen kann – dann als Lightjockey, ohne eigenes Material. Bis dahin: kleine Veranstaltungen, dafür vollständig.

Aufzeichnung oder Showlaser?

Schreiben Sie mir, worum es geht und wann – ob Aufzeichnung, Stream oder Laser. Ich sage Ihnen ehrlich, ob mein Equipment dafür passt und was es kostet, und wenn die Sache zu groß für mich ist, auch das.